SILENCE LOST – Now Is The Time
Die fünfköpfige Band aus dem Aargau besteht erst seit Januar 2009, ist also noch sehr jung. Ihre Mitglieder sind allerdings längst aus dem Schülerband-Alter raus und
allesamt versierte Muskiker. Neuester Zugang ist Sänger Marcel "Marc" Bürgi, der als Songwriter die kompositorischen Geschicke von Silence Lost lenkt. Harten, melodischen Rock haben sich die
Jungs auf die Fahne geschrieben und so hören sich der Opener und Titeltrack «Now Is The Time» und «He Died For Nothing» auch an. Nebst solidem Riffing von Patrick "Pädu" Jost sind die filigranen
Soli von Thomas "Hedi" Hediger nicht zu überhören. Beim zweiten Song der 5-Track EP erinnert mich die Stimme von Herrn Bürgi zudem an einen gewissen Herrn Sweeney (Crystal Ball) mit einem Schuss
Mark Fox (FOX, Ex-Shakra). Bryan Adams schimmert dann und wann auch noch etwas durch. Da es hier keine Keyboard-Sounds hat, wird die Melodieführung der Leadgitarre übertragen, was gut gelingt.
Gleiches lässt sich zur tadellosen Eigenproduktion sagen, die das Rhythmus-Duo Patrick "Punsh" Andres (b) und Mirko Hürzeler (d) optimal in Szene setzt. Die Halb-Ballade «Caught» zeigt
nachfolgend auf, dass sich Silence Lost auch in dieser Ecke wohl fühlen und hier locker mit Shakra mithalten können. Der etwas andere Timbre, vor allem zu Beginn, unterstreicht die
Wandlungs-fähigkeit von Marc's Stimme. Rockiger wird es dann wieder bei «Slaves», wo die Co-Lead Vocals von Pädu mit der deutlich höheren Stimmlage gut dazu passen. Hier fehlt mir allerdings ein
bisschen der letzte Zwick, der jeweils auf der Bühne bestimmt wett gemacht wird. Ein quasi halbes Album besitzt jetzt aber stets den Nachteil, dass eine Band dadurch nicht ihre ganze Bandbreite
abdecken kann. So fehlt hier auf dem sonst töften Debüt «Now Is The Time» der Überraschungseffekt einer vielleicht etwas schrägeren Nummer. «Tears», die zweite Ballade und bereits der letzte
Track, erinnert mich umgehend an das Kult-Album «Defrosted» (1997) von Gotthard und gefällt mir eigentlich am besten. Womöglich ist diese Ecke bezüglich der Zielgruppe ergiebiger, denn etwas
modern angehauchter Rock ist zur Zeit eher weniger gefragt. Wer sich angesprochen fühlt, sollte Silence Lost auf jeden Fall mal Gehör schenken!
Rockslave
Punkte: 7.0 von 10